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Elektroingenieure

Zukünftig sonnige Zeiten

Obwohl die Arbeitslosigkeit aktuell auch unter den Elektroingenieuren steigt, sind die Chancen langfristig betrachtet gut. Die Absolventen kommen vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung unter, werden aber auch in anderen Sparten gesucht.

Fünf Farbige Kabelenden.

Vor allem im Bereich Forschung und Entwicklung gibt es für Elektroingenieure Arbeitsplätze.

Foto: Fotostudio Felix Somieski

Für Christian Nöthen (27), der 2007 an der TU Dresden seinen Abschluss als Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Automatisierungs- und Regelungstechnik machte, verlief der Berufseinstieg reibungslos. „Ich hatte schon im Rahmen meiner Studienarbeit Kontakt zu meinem jetzigen Arbeitgeber VW aufgenommen und habe mich vor Studienende auf eine Anzeige hin beworben“, erinnert er sich. Mit seinem sehr guten Abschluss, der passenden Spezialisierung, einem Praktikum bei Bosch in Stuttgart und einem Auslandspraktikum in Taiwan entsprach er dem gesuchten Profil: Er wurde als Doktorand eingestellt und wird bis 2010 seine Doktorarbeit beendet haben. Sie befasst sich mit der Regelung des Motorgassystems in Dieselmotoren. Entsprechend arbeitet Christian Nöthen gegenwärtig sowohl am PC, wo er die Steuerungs-Software zur Einstellung des idealen Gasgemischs schreibt, als auch am Motorprüfstand, an dem er die Programme testet, um die Prüfergebnisse anschließend wiederum in seine Software einfließen zu lassen.

Kernbereich Forschung & Entwicklung

Die Grafik zeigt die Arbeitslosen Elektroingenieure im Jahresdurchschnitt.

Arbeitsmarkt für Elektroingenieure

Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Mit seiner Tätigkeit in der Forschung liegt der 27-Jährige voll im Trend, denn knapp 40 Prozent der Elektroingenieure werden laut Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie e.V. (ZVEI) für den Bereich Forschung und Entwicklung gesucht. Danach folgen Vertrieb, Produktion, Dienstleistungen und Unternehmensleitung.

Aktuell zeigt sich der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure allerdings von der wirtschaftlichen Krise gezeichnet. So ist die Nachfrage im ersten Halbjahr 2009 deutlich zurückgegangen und auch die Arbeitslosigkeit ist leicht – wenn auch gegenüber der allgemeinen Entwicklung unterdurchschnittlich – gestiegen. Aber dennoch: Die Chancen sind gut. „Langfristig betrachtet entwickelt sich der Arbeitsmarkt für Elektroingenieure positiv“, weiß Judith Wüllerich, Arbeitsmarktexpertin der Bundesagentur für Arbeit. Während im Jahr 2000 noch 13.100 Elektroingenieure arbeitslos waren, so waren es 2008 nur noch 3.200.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Elektroingenieure war 2008 zwar ebenfalls rückläufig – von 162.000 im Jahr 2007 auf 160.000 – doch vermelden, laut Arbeitsmarktexpertin Wüllerich, viele Arbeitgeber Schwierigkeiten bei der Suche nach qualifiziertem Personal. Insgesamt waren 2008 rund 7.500 Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, doch ist die Zahl der tatsächlich gesuchten Elektroingenieure viel höher, da gerade hochqualifizierte Mitarbeiter vielfach über Stellenanzeigen in Print- und Onlinemedien, über die eigene Homepage der Unternehmen oder Personalberatungen gesucht werden. Der Anteil der Frauen an den beschäftigten Elektroingenieuren ist mit knapp fünf Prozent allerdings sehr gering.

„Angesichts relativ geringer Studierendenzahlen ist mittelfristig ein Mangel an Fachkräften wahrscheinlich“, vermutet Judith Wüllerich. Deutlich wird der Bedarf beispielsweise an der so genannten Vakanzzeit. Diese misst die Zeitspanne vom gewünschten Besetzungstermin bis zur tatsächlichen Besetzung. Demnach dauerte es 2008 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich fast 107 Tage, bis Stellen für Elektroingenieure besetzt werden konnten – das sind 30 Tage länger als noch im Jahr 2000.

Größter Arbeitgeber für Elektroingenieure bleibt die Elektroindustrie. Laut Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. (VDE) sind hier rund 100.000 Elektroingenieure tätig. Rund 60.000 Elektroingenieure arbeiten in anderen Branchen, zu denen vor allem Maschinenbau, Automobilbau, Medizintechnik, Umwelttechnik, IT, Luft- und Raumfahrt Chemie und Energiewirtschaft zählen. In der Energiewirtschaft ist auch Jens Konhäuser tätig. Der 27-Jährige arbeitet bei der SAG-Gruppe im hessischen Langen, einem Service- und Systemlieferanten für Strom-, Gas-, Wasser- und Fernwärmenetze. Dort konzipiert, projektiert und realisiert er Schalt- und Schutztechnik von Hochspannungsanlagen. Er kümmert sich also, einfach gesagt, darum, dass der Strom aus den Leitungen beim Verbraucher landet. „Meine Arbeit besteht aus einer gesunden Mischung aus Büro- und Außendienst“, erklärt er. Vor Ort beim Kunden macht er zum Beispiel eine Bestandsaufnahme der bestehenden Anlagen oder klärt technische Details mit dem Auftraggeber. „Das A und O ist es kommunikativ zu sein“, fasst er zusammen.

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